Es grünt so grün…in meinem Backofen!

Letztens habe ich gelesen, man soll doch am besten täglich Avocado essen sollte. Aber die Gefahr besteht, außer man ist total Avocado-Liebhaber, dass einem die Dinger etwas zu den Ohren herauskommen. Tja, da ich mir ja eine gute Ernährung als einen Punkt auf meine Liste für dieses Jahr geschrieben habe, komme ich auch nicht an diesem grünen Prachtexemplar vorbei.

Da es aber auch mal wieder an der Zeit war, mich in meine Küche zu begeben und beim Backen die Seele baumeln zu lassen, brauchte ich hier die passenden Lösung. Beim Lesen meines Facebook-Feeds fiel mir dieses Rezept in die Hand, das mich sofort an leckeres Bananenbrot erinnerte. Oh, das wäre auch herrlich gewesen. Nun ja, zurück zu unserem grünen „Super Food“. Dann gibt es eben Avocado-Brot.

Das Rezept

Du brauchst:

  • 150g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • ½ TL Zimt
  • etwas Vanillemark
  • 60g Zucker
  • 1 Ei
  • 75g Butter
  • 2 reife Avocados
  • 2 EL Zitronensaft

Und so wird es zubereitet:

  1. Backofen auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
  2. Mehl, Backpulver, Vanillemark und Zimt in einer Schüssel vermengen.
  3. In einer weiteren Schüssel die Butter mit dem Zucker schlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Dann das Ei dazugeben und glattrühren.
  4. Die Avocado in einem Mixer sehr fein pürieren, den Zitronensaft dazugeben und nochmals vermengen.
  5. Alles zur Zucker-Ei-Butter-Masse dazugeben und vermengen.
  6. Jetzt das Mehl dazutun und unterheben.
  7. Die Springform mit Butter ausstreichen und bemehlen oder mit Backpapier auslegen. Dann den Teig einfüllen.
  8. Ab in den Ofen und für 40 Minuten backen.

Das Ergebnis

Wenn du auch mal genüsslich in eine grüne Scheibe beißen möchtest, dann ist dieses Rezept deins.

So sieht das ganz fertig dann aus:

Avocado_es-gruent

Da ich nun so auf grün eingestimmt bin, fliege ich jetzt auf die grüne Insel schlechthin. Irland wartet auf mich!

Na, das kann was werden. :)

Auf ein genüssliches Nachbacken!

tanja

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Der Moment, wenn du merkst…

Dieser Moment

…dass deine Entscheidung vor einiger Zeit die Richtige war – einfach unbezahlbar! Ja, genau das ist sie und ich habe erst letztens dafür die Bestätigung bekommen. Manchmal muss man dafür an einen Ort aus der Vergangenheit zurückkehren. Das habe ich gemacht. Ich war nach fast 1,5 Jahren in Zürich. Zwar nur für eine sehr kurze Zeit, aber sie hat mir gezeigt, dass ich nach Hamburg gehöre und ich gerade ganz genau am richtigen Ort bin. Es lag nicht daran, dass irgendetwas in Zürich vorgefallen wäre, sondern es lag an mir.

Dieser Moment, dieses Gefühl

Wie oft saß ich nach meiner Rückwanderung nach Hamburg zu Hause und dachte mir, wie bequem ich es doch mit meinem festen Gehalt in einem Land mitten in Europa hatte. Ich konnte viel reisen, mir Dinge gönnen, mein Leben so ganz nett gestalten – eigentlich. Denn, obwohl es war bequem war und ich dadurch vieles genießen konnte, machte es mich nicht glücklich. Ich konnte eben nicht mein Leben so gestalten, wie ich es wollte. Aber wußte ich überhaupt genau, was ich damals wollte? Schwer zu sagen, aber dafür weiß ich es jetzt. :)

An diesem einen Wochenende war es einfach nur dieses Gefühl in diesem einen Moment, als ich merkte, dass ich mich so auf Hamburg und all meine To Dos freute. Ja, richtig gelesen, auf alles, was noch zu tun ist. Und ich sehnte mich kein Stück nach meinem alten Leben. Es ist für mich völlig uninteressant geworden, denn ich habe jetzt – in diesem Moment – etwas, das mich antreibt, mich weiter an meinen Träumen und meinem Business arbeiten lässt. Danach habe ich lange gesucht. Ich kann mich so glücklich schätzen und bin unheimlich dankbar dafür, dass ich heute an diesem Punkt stehe.

Natürlich gab es Momente, als ich kein Licht am Ende des Tunnels gesehen habe. In denen dachte ich, wie einfach wäre es, wenn ich den großen Schritt nicht gewagt hätte und mir diese ganzen Ungewissheiten erspart hätte. Aber was hätte ich nicht alles verpasst? Vor allem, wen hätte ich alles nicht kennengelernt? So viele Menschen haben in dieser Zeit mein Leben bereichert. Einige davon gehen immer noch den Weg gemeinsam mit mir. Genauso wie auch die Menschen, die mich durch meine Zeit in Zürich begleitet haben und die, die auf Reisen in mein Leben getreten sind. Es gibt eben Verbindungen, die bleiben! Ich freue mich auch auf die Menschen, die noch in mein Leben treten werden. Das macht das Leben so spannend!

Es geht immer weiter

Das alles hat mir gezeigt, irgendwie geht es immer weiter. Und wenn ich jetzt nach Zürich fliege, bin ich ein Gast, der willkommen ist und herzlich in Empfang genommen wird – der aber nicht gekommen ist, um zu bleiben. Mein Fokus ist jetzt ein anderer und zum ersten Mal liegt er viel „richtiger“, als er je lag. Dieses Jahr bin ich auch sehr fokussiert gestartet, habe mir sehr viele Gedanken um meine Ziele für 2016 gemacht und spüre bei jedem Schritt, den ich mache, dass ich sie immer im Blick habe. Aber keine Sorge, ich habe nicht vergessen, spontan zu sein. Sonst wäre mir das Leben zu sehr geplant. :) Ich möchte ja auch von dem Rest noch etwas mitkriegen.

Das erinnert mich an ein Interview mit Sandra Bullock gelesen habe, in dem sie sagte, dass sie jetzt am glücklichsten sei, da sie auch jetzt alles bewusst wahrnehme. Diesen Blick- und Lebenswinkel hat sie nicht immer gehabt, denn, wenn sie an einige Jahre in der Vergangenheit denkt, kann sie sich nicht wirklich gut erinnern. Sie war mit ihren Gedanken immer woanders.

Als ich letzten Samstag nach dem Frühstück aus dem Haus ging, war ich auch mit den Gedanken woanders und wollte gar nicht zu einem Event gehen. Wie gut, dass ich es mir nicht anders überlegt hatte, denn dann hätte ich meine erste WordPress-Session und all die neuen Kontakte verpasst. Das wäre richtig schade gewesen!

Wie ich schon zu Anfang geschrieben habe, habe ich mich ja sogar auf meine To Do-Liste gefreut. Wohoo! Nun ja, auf meiner für diese Woche stehen noch so einige Punkte, die nur auf mich warten. Dann will ich sie mal nicht mehr so lange alleine lassen. ;)

Bis bald und genieß das Leben,

tanja

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Warme Beats für kalte Tage

Soulfood für die Ohren: Warme Beats für kalte Tage Bei dem Wetter draußen träume ich mich gerne mal an einen wärmeren Ort. Ach, wäre es jetzt nicht schön, an einem Strand zu liegen oder in einer Hängematte die Seele baumeln zu lassen? Na ja, träumen darf man ja. :) Es fehlen nur die richtigen Beats dafür! Solange aber der Strand noch auf mich warten muss, gönne ich mir schon mal einen Ohrenschmaus der mich daran erinnert, dass der irgendwo auf mich warten. Und irgendwann kommt ja auch der Sommer.

Lass die Beats erklingen

Deswegen höre ich immer ganz genau hin, wenn ich wohltuende Beats im Radio hören. Letztens habe ich eine kleine Neuentdeckung beim Autofahren gemacht, die ich natürlich sehr gerne mit dir teile. Denn manchmal führt gleich nur ein Song zu einem neuen Album auf meiner Playlist.

Soulfood für die Ohren: Warme Beats für kalte Tage – Lianne La HavasRudimental war mir schon vorher ein Begriff – ein Album von ihnen war gerne mal ein Soundtrack beim Sport – aber was mich an diesem Song begeistert hat, war die Stimme dieser Frau: Lianne La Havas! Natürlich konnte ich es nicht lassen, gleich zu googeln, ob es zu ihr auch schon ein Album gibt. Und tadaa: Da war es und nur noch einen Klick von einem Download zu meiner Playlist entfernt. Einmal reingehört und schon war klar: Ich kaufe es!

Inzwischen läuft es raus und runter bei mir. Ich habe es auch gerne mal in den Ohren, wenn ich am Arbeiten bin. Aber nicht nur da! Ob beim relaxen auf dem Sofa oder beim Zeitverstreichen lassen, wenn ich am Samstagmorgen gemütlich Kaffee trinke – es ist mein passender Soundtrack dafür.

Jetzt erstmal den Song, mit dem es angefangen hat:

Wenn du das Album auch auf deiner Playlist haben willst, sind hier die passenden Links zum Reinhören – für Amazon* und iTunes*! Oder du gehst du deinem „Plattenhändler“ deines Vertrauens. :)

Aber jetzt erstmal: Musik an, zurücklehnen und träumen!

Bis bald,

tanja

*Affiliate-Links

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Soll ich oder soll ich nicht?

Ja, das ist hier die Frage! Über die Feiertage und den Jahreswechsel habe ich mir viele Gedanken darüber gemacht, ob es hier mit meinem Blog weitergeht. Die Frage war: Soll ich ihn schließen, soll ich ihn weiterführen? Denn seit einigen Monaten ist es wirklich still auf Personality meets Style geworden. Ich kann noch nicht mal sagen, dass es mangelnde Ideen waren. Immer wieder habe ich einen Blogpost im Kopf gehabt oder die ersten Zeilen davon schon geschrieben und dann blieben Zeit und Energie auf der Strecke. Aber irgendwie war immer etwas, und schon waren die Gedanken zu dem Thema weg und der Blogpost auch. Dabei hat mich das Bloggen immer so beflügelt. Mit viel Freude und hochmotiviert habe ich mich immer auf einen neuen Blogpost gefreut. Es tat mir gut. Und es tut mir auch jetzt immer noch gut.

Ursprünglich

Ein großer Teil zu meinen fehlenden Post hat sicherlich der letzte Sommer dazu beigetragen, in dem ich einen Push erhalten habe, meine Träume endlich in die Tat umzusetzen. Aber wie wir alle wissen, passiert das nicht von heut auf morgen. Die Arbeit dafür macht sich nicht von alleine. Sie hat mich Zeit und auch viel Energie gekostet. Ich hatte Grenzen erreicht und selbst zwischendurch einfach einmal durchatmen viel schon schwer. Auch wenn mich Freunde als Energiepündel kennen, irgendwann ist sie auch aufgebraucht. Und wenn dann die Entscheidung zwischen einem neuen Blogpost oder mal etwas Zeit für mich zu fällen ist, habe ich mich zuerst gewählt. Denn, wenn nicht ich, wer sorgt sonst dafür, dass ich wieder volle Energiererven habe?!? Es ist nicht hilfreich, wenn ich mich stresse und alles gleichzeitig machen will. Dann geht auch die größte Freude verloren. Und das will ich nicht!

Aber ich habe auch nicht vergessen, warum ich im Februar 2014 diesen Blog gestartet habe. Zwar hatte ich den Namen dafür schon sehr viel länger und ja, dahinter steckte sozusagen die Vorreiteridee von Style Genius, aber so richtig mit Leben kam er erst vor fast zwei Jahren. Damals war ich in einer nicht sehr glücklichen Lebensphase und brauchte ein kreatives Ventil. Und ganz bewusst habe ich gesagt, dass ich mich auf meinem Blog nicht einschränken will, sondern ein Platz für all meine Themen ist, die darauf einen Platz verdient haben.

Und jetzt? Soll ich?

Soll ich oder soll ich nicht?Als ich Style Genius (vorher Wardrobe Warrior) gestartet habe, fragte mich eine Freundin, ob ich jetzt diesen Blog noch weiterführen werde, denn es wäre schade, wenn man hier nichts mehr von mir lesen würde. Diese Worte habe ich immer noch im Ohr, denn ich weiß auch, dass ich einige Menschen mit meinen Worten erreiche. Gibt es ein besseres Gefühl, wenn du weißt, dass deine Zeilen auch gelesen werden?

Deswegen habe ich beschlossen, dieses Blog weiterzuführen – ganz in meinem eigenen Tempo! Denn mein Herz hängt immer noch daran und ich möchte hier weiterhin meine Gedanken, Idee, Inspirationen, die ich entdeckt habe, mit dir teilen. Immer dann, wenn es passt, wenn mir ein kreativer Gedanke kommt. Einfach ohne Plan, ohne Stress! Das Leben passiert ja eh, wenn wir ganz fleißig dabei sind, Pläne zu machen. :)

Somit ist die Frage beantwortet: Ich soll weitermachen, ich werde weiterhin meiner Kreativität diesen Platz schenken und ich werde nicht diesen Blog löschen! YEAH!

Und nun ist es an der Zeit, halb angefangene Blogposts endlich fertig zu schreiben oder sie zu löschen. Ein klare Linie ziehen! Denn es warten sicherlich genügend neue Themen dieses Jahr auf mich. Letztes Jahr hatte ich auch das Glück Anne von Zuckermoment und Rebekka von RheinHerztElbe kennenzulernen. Wer weiß, was uns noch alles zusammen so einfällt. Auf jeden Fall gibt es immer wieder weitere Gründe, die sich lohnen, weiterzumachen. Ich freue mich darauf, dass ich diese Möglichkeiten und Chancen erhalte. Ich habe es im Gefühl: Diese Jahr wird toll – einfach grandios!

Somit wirst du auch weiterhin etwas von mir zu lesen bekommen, dabei sein, wenn etwas Aufregendes passiert und mit mir durchs Jahr 2016 gehen. Klingt doch gut, oder?

Bis bald und einen wunderschönen relaxten Sonntag!

Herzliche Grüße

Soll ich oder soll ich nicht? – Tanja von Personality meets Style

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[Gastbeitrag] Der Hut, der Wein und ein Unterhemd

Mein Omi sagt immer, ich soll mir was auf den Kopf ziehen. Sie legt aber auch immer ihre kleine, ein bisschen raue Hand auf genau die Stelle am Hosenbund, die gerne mal rausblitzt, wenn man sich bewegt und sagt dann: „Du hast kein Unterhemd an. Erkälte dich nicht, meine Kleine!“ Das werde ich eines Tages sehr vermissen.

Hingegen: Der Forderung, mir was auf den Kopf zu ziehen, komme ich hin und wieder gern nach, denn man sagt, ich hätte ein Hutgesicht. Und so besaß ich bis vor kurzem drei Baskenmützen, sieben Wollmützen und einen Stroh-Fedora für den Sommer. Es gibt jedoch ein Problem: Mein zusätzliches Brillengesicht. Meine geliebte, jedoch etwas überdimensionierte Brille lässt die ganz tollen Beanie-Mützen bei mir völlig bescheuert aussehen, weil die Brillenbügel verhindern, dass die Mütze an den Schläfen anliegen kann. Wie es so ist – während des Sommers vergaß ich meinen Sommerhut, in den letzten Wochen war es immer noch warm genug – kein Grund, sich was auf den Kopf zu ziehen. Bis zu diesem einen, denkwürdigen Tag…

Der besagte Tag

Es war der Tag des letzten Fischmarktes der Saison, einem Markt, auf dem es alles gibt und ein paar Backfischstände. Reisbällchen, Salami, Käse und Blumen, italienische Klamotten, Kaschmircapes, Säfte, Crepe und Flammkuchen. Und vor allem: Livemusik und Wein, Schampus, Bier und Sekt. Ihr kennt das – solche Tage sind für Spontankäufe wie gemacht. Spontankäufe, die aus einem Überschwang an Sonnenlaune entstehen und die, sind die Wolken wieder da, ein bisschen lächerlich aussehen. Könnten.

Nun denn, meine beste Freundin und ich gingen auf den Fischmarkt, es war Sonntagmittag. Ja, wir bestellten nach einer ersten Runde über den Markt und einem Garnelenbrötchen den ersten Wein. Wir lernten nette ältere Herrschaften kennen, besuchten unseren Lieblings-Klamottenstand, ich liebäugelte mit einer wundervollen Clutch, die ich aus Respekt vor den anderen 5 Clutches, die ich bereits besitze, dann einer anderen Frau überließ (Ich Depp, Clutches kann man doch nie genug haben!). Wir tranken darauf einen weiteren Wein. Schlenderten zu Sólange weiter, einer total niedlichen Französin, die Cremant parat hatte. Her damit, die Sonne scheint, das haben wir uns verdient! Ich aß ein italienisches Reisbällchen mit Safran und Ragoutfüllung. Danach einen sehr kleinen Flammkuchen. Der Mann am Weinstand freute sich, uns wieder zu sehen und winkte schon von weitem. Wir saßen an unserem Lieblings-Klamottenstand nebenan und gaben der Tochter des Besitzerin einen aus. Es gab Rabatt vom Weinmann. Die Tochter schenkte uns beiden einen Schal. Wir bedankten uns mit Wein.

Ein kleine Hut-Diva

Als die Sonne sehr tief stand und die Händler begannen, ihre Stände abzubauen, beschlossen wir auch, die Heimreise anzutreten. Meine Brille saß vielleicht ein bisschen schief. Da sah ich ihn – einen anthrazitfarbenen Filzhut mit breiter schwingender Krempe und einem schwarzen Lederbändchen mit silberner Schnalle. Er erinnerte mich an ein blaues Modell, welches meiner Mama gehörte und das sie als Sängerin auf der Bühne getragen hatte. Aus Spaß stülpte ihn die Besitzerin mir auf den Kopf… alle guckten mich schweigend an, bis sie sehr zufrieden lächelnd sagte: „Das ist mal ein Hut – guck dir das an!“ und reichte mir den Handspiegel. Aus dem Spiegel guckte eine angetrunkene Diva zurück.

Die beste Freundin und ich wankten nach Haus, es war mittlerweile dunkel und ich fühlte mich ein bisschen beschädigt. Am Montagmorgen wachte ich auf. Auf meinem Weg ins Badezimmer bemerkte ich – ohne Brille – einen dunklen Gegenstand auf meinem Sofa, blieb stehen und starrte. Da lag ein Hut. Ich musste ihn gekauft haben und erinnerte mich wieder. Ich hatte den Hut gekauft. Einen Hut, der mir ein bisschen mehr Mut abverlangen würde als eine Baskenmütze. Während ich mir die Zähne putzte, überlegte ich, was ich nun anziehen würde zu diesem Hut – er brauchte definitiv einen Rahmen. Und entschied mich für mein schwarzes Cape. Den Rest auch gleich schwarz. Die hohen Ankleboots. Und eben: Den Hut. Ich wusste: Wenn ich ihn heute nicht aufsetzte, würde ich es nie tun. Er würde mir langsam immer peinlicher werden und schließlich den Tod jedes Fehlkaufes sterben.

Und so ging ich Montags als verkaterte Diva aus dem Haus. Ich hatte das Gefühl, die Leute würden mich ein bisschen starren, aber konnte es nicht sehen – dieser Hut war ein gutes Versteck! Immer wenn ich ihn abnahm, war es ein Gefühl, als würde ich mich komplett ausziehen – ich wollte ihn am liebsten aufbehalten. Er war das fehlende Puzzleteil meines Outfits! Dieses einen speziellen Outfits, das nur wenig Spielraum zu haben schien, aber so auch perfekt war. Ich sah mich schon im Winter, mit den anthrazitfarbenen Lederhandschuhen dazu und setzte ihn zwei Tage später gleich nochmal auf, trug aber den falschen Mantel und fühlte mich völlig fehlangezogen. So fein sind die Unterschiede zwischen lächerlich und Statement.

Heute morgen sah in ihn auf der Kommode im Schlafzimmer liegen, er wartet leise auf seinen nächsten Einsatz. Ich freue mich schon jetzt darauf,  ihn mir auf den Kopf zu ziehen und die Stimme meiner Omi zu hören, die sagt: „Och, was trägst du denn für einen tollen Hut, schön! Lass mich den auch mal aufsetzen!“ Um dann mit ihr vor dem Spiegel zu stehen und die kleine Omi-Diva zu sehen. Wie uns ein Kleidungsstück in einer Sekunde verändern und glänzen lassen kann und uns den Hauch einer Ahnung davon gibt, wer wir noch sein könnten. Und mal ganz ehrlich: Dafür eignen sich Hüte nun mal echt besser als schnöde Unterhemden. Oder Omi?

Bis bald und liebe Grüße aus Köln,
Beatrix

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